Symposium über »Superdiversität«

Thema des 8. Körber Demografie-Symposiums: "Heimat in der superdiversen Stadt" (Foto: Jan von Holleben)
Thema des 8. Körber Demografie-Symposiums: "Heimat in der superdiversen Stadt" (Foto: Jan von Holleben)

Wohin entwickeln sich Kommunen und Städte? Im Mittelpunkt des 8. Körber Demografie-Symposium stand das Thema »Heimat in der superdiversen Stadt« ausgerichtet. Deutschland und Europa erleben seit Jahrzehnten eine Entwicklung, die sich unter dem Begriff »Superdiversität« zusammenfassen lässt. Superdiversität erweitert den Blick auf die gesellschaftliche Vielfalt, denn Menschen unterscheiden sich nicht nur durch ihre Herkunft, sondern durch sehr viel mehr Merkmale, wie etwa Religion, Bildung, Alter und Sozialisierung.

150 Bürgermeister und Akteure aus kommunaler Verwaltung und Zivilgesellschaft diskutierten in der Stiftung über die Potenziale gesellschaftlicher Diversität ebenso wie über Best Practice Beispiele aus Toronto, Malmö und Mannheim. Eine Erkenntnis: Politiker wie Bürgerinnen und Bürger in unseren Städten, Gemeinden und Dörfern müssen sich auf eine Zukunft einstellen, die von Superdiversität geprägt sein wird. Wir sind auf dem Weg in eine Gesellschaft ohne klare, homogene Mehrheiten. An ihre Stelle tritt eine Vielzahl an Minderheiten.

 

Hamburg steht, was die Superdiversität angeht, an der Spitze aller Bundesländer. Das ergab eine vom infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft durchgeführte Analyse, die auf Daten für 70.000 Ortsteile in Deutschland basierte. Neben der Herkunft waren weitere Marker für Diversität die Kaufkraftverteilung, die Altersverteilung, das Verhältnis der konfessionellen Orientierungen sowie die vorherrschenden Parteienpräferenzen. Nach der Zusammenführung aller Indikatoren entstand ein Index, der erstmals so viele und auch so unterschiedliche Dimensionen für Vielfalt berücksichtigte.

 

Bei genauerer Analyse zeigt sich so etwa am Beispiel von Hamburg, dass Stadtteile, die aus Gewohnheit als Problemviertel mit hohem Förderbedarf gelten, mitunter gar nicht besonders vielfältig sind. Andererseits weist Hamburgs Stadtteil Wilhelmsburg, der überwiegend von Migranten bewohnt wird, die unterschiedlichen Religionen anhängen, hinsichtlich der Kaufkraft mit die höchste Diversität auf.

 

Für das Zusammenleben in der superdiversen Stadt sei es unabdingbar, genau zu analysieren, »welche Bedürfnisse die unterschiedlichen Gruppen eigentlich haben«, betonte Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard im Rahmen unseres Symposiums.


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