Hochschulen im Blick

Im Juni 2017 folgten rund 50 Präsidentinnen und Präsidenten von Forschungsuniversitäten aller Kontinente unserer Einladung zum zweiten Hamburg Transnational University Leaders Council ins KörberForum. Gesprochen wurde über die Folgen des weltweiten Akademisierungstrends und die Gefahren für die Wissenschaftsfreiheit. Für Letztere seien individuelle Entfaltungsmöglichkeiten der Lehrenden und Forschenden sowie eine institutionelle Unabhängigkeit von politischer Steuerung wichtig. Eine freie Gesellschaft könne es nur geben, wenn die Autonomie der Hochschulen respektiert werde. Wo akademische Freiheit gefährdet sei, sei auch die Demokratie insgesamt bedroht. In einer gemeinsamen Deklaration warnten die Teilnehmer vor einem Qualitätsverlust sowie einer unkontrollierten Privatisierung in der Hochschulbildung.

 47 Hochschulpräsidentinnen und ‑präsidenten aus Afrika, Asien, Australien, Europa sowie Nord- und Südamerika trafen sich in Hamburg (Foto: Claudia Höhne)
47 Hochschulpräsidentinnen und ‑präsidenten aus Afrika, Asien, Australien, Europa sowie Nord- und Südamerika trafen sich in Hamburg (Foto: Claudia Höhne)

»Die Qualität für Bildungsangebote zu sichern, gehört zu den gemeinsamen Herausforderungen – ungeachtet der international sehr unterschiedlichen Situationen«, resümierte Horst Hippler, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz. »Wir wollen eine gerechtere weltweite Verteilung von Lebenschancen. Demzufolge müssen wir es als globale Aufgabe verstehen, dass der schnelle Ausbau von Hochschuleinrichtungen – seien sie privat oder staatlich – nicht zu Lasten notwendiger Standards geht.«

In ihrer Deklaration betonten die Hochschulpräsidenten, dass eine klare Aufgabenteilung der Hochschularten wichtige Grundlage für eine sinnvolle Differenzierung der Hochschullandschaft weltweit sei. Zugleich wurde damit die Bedeutung aller postsekundaren (nachschulischen) Bildungseinrichtungen unterstrichen, unabhängig davon, ob sie der beruflichen oder der akademischen Bildung dienen oder wer ihr Träger ist. 

Nur eine bessere strategische Planung würde gewährleisten, dass die Hochschulen und andere Bildungseinrichtungen den Nachwuchs ausbilden können, den Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft brauchen. Dafür sei es wichtig, die aktuell eher anarchische Entwicklung des globalen Wissenschaftssystems besser miteinander abzustimmen und stärker auf die gemeinsamen internationalen Herausforderungen zu beziehen.


< >