Relevante Wissenschaft

Am 7. September wird jährlich der mit 750.000 Euro dotierte Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft im Hamburger Rathaus verliehen. 2017 ging er an den Hannoveraner Astrophysiker Karsten Danzmann für seine bahnbrechenden Beiträge zur Entdeckung der Gravitationswellen. Der deutsche Physiker und sein Team entwickelten die Schlüsseltechnologien, darunter hochpräzise Laser, mit denen Detektoren in Amerika 2015 erstmals direkt Gravitationswellen nachweisen konnten. Damit haben Astronomen buchstäblich ein neues Fenster zum Kosmos aufgestoßen, denn bislang konnten sie das Weltall nur mit Hilfe elektromagnetischer Wellen erforschen – Licht, Radio-, Röntgen- oder Gammastrahlung. Mit den Mitteln des Körber-Preises will Danzmann unter anderem die Lasertechnik für erdgestützte Detektoren weiter verfeinern.

Karsten Danzmann forscht zu Gravitationswellen (Foto: Friedrun Reinhold)
Karsten Danzmann forscht zu Gravitationswellen (Foto: Friedrun Reinhold)
Lothar Dittmer, Vorstandsvorsitzender der Körber-Stiftung, warnte vor dem Verlust wissenschaftlicher Freiheit (Foto: David Ausserhofer)
Lothar Dittmer, Vorstandsvorsitzender der Körber-Stiftung, warnte vor dem Verlust wissenschaftlicher Freiheit (Foto: David Ausserhofer)

Der ehemalige Bundestagspräsident Norbert Lammert überreichte am 11. Dezember in Berlin als Schirmherr die Deutschen Studienpreise 2017. Die drei mit je 25.000 Euro dotierten ersten Preise gingen an den Materialforscher Volker Strauss, den Historiker Sebastian Schlund sowie die Politologin Julia Strasheim. Ausgezeichnet wurden Forschungen zu biologisch abbaubaren Computer-Chips aus Kohlenstoff sowie zur Geschichte des Behindertensports und zur Friedenssicherung nach Gewaltkonflikten, allesamt Themen von besonderer gesellschaftlicher Relevanz.

Der ehemalige Bundestagspräsident Norbert Lammert verlieh die Auszeichnungen an die Studienpreisträger 2017 (Foto: David Ausserhofer)
Der ehemalige Bundestagspräsident Norbert Lammert verlieh die Auszeichnungen an die Studienpreisträger 2017 (Foto: David Ausserhofer)

Die gesellschaftliche Relevanz von Wissenschaft steht auch im Mittelpunkt des neuen Konferenzformats »Hamburger Horizonte«, das künftig im Jahresrhythmus stattfinden soll. Ziel der von der Körber-Stiftung, der Akademie der Wissenschaften in Hamburg, der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung und der Universität Hamburg getragenen Konferenzreihe ist es, die Bedeutung von wissenschaftlichen Erkenntnissen für die Analyse und Lösung gesellschaftlicher Probleme aufzuzeigen. Themen der Auftaktkonferenz im November unter dem Titel »Zerfall von Ordnungen« waren u. a. die Erosion der Demokratie, die Krise des Kapitalismus und die Auflösung religiöser Identitäten. Die Eröffnung der Konferenz fand im Rahmen eines Senatsempfangs mit der Zweiten Bürgermeisterin Katharina Fegebank im Hamburger Rathaus statt.


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