Zugänge für alle

»Shifting Boundaries« hieß das Thema unseres European Photo Exhibition Awards, das dazu aufforderte, Grenzen zu erfahren, zu erkennen und aktiv oder passiv mit ihnen umzugehen. Ein Phänomen, das nicht nur gegenwärtig die Situation in Europa kennzeichnet. 30.000 Besucher kamen von Januar bis April in die Hamburger Deichtorhallen, um die Arbeiten zu sehen. In ihren Foto-Essays thematisierten die Fotografen historische und aktuelle Grenzverschiebungen und urbane Veränderungen und setzten sich mit Wahrnehmungsprozessen und Digitalisierung auseinander. Nach dieser dritten Station des European Photo Exhibition Award wurde im September die vierte und letzte Station der Wanderausstellung mit der Fritt Ord Stiftung im Nobel Peace Center in Oslo eröffnet. Innerhalb von zwei Monaten wurden rund 20.000 Besucher gezählt.

Kunsttherapeut Michael Ganß betreut das Offene Atelier (Foto: Michael Hagedorn)
Kunsttherapeut Michael Ganß betreut das Offene Atelier (Foto: Michael Hagedorn)
Die Fotos des European Photo Exhibition Awards weckten internationales Interesse (Foto: Marie Hald)
Die Fotos des European Photo Exhibition Awards weckten internationales Interesse (Foto: Marie Hald)

»Natürlich Kunst!« ist Motto und Motivation unserer Aktivitäten, die einen selbstverständlichen und spontanen Zugang zu Kunst und Kultur eröffnen wollen. Gleichzeitig wollen wir den inklusiven Anspruch heutiger Kultureinrichtungen erfüllen und lassen dazu Akteure aus unterschiedlichen Disziplinen Praxismodelle entwickeln. Ziel ist es, einen selbstverständlichen und spontanen Zugang zu Kunst und Kultur zu eröffnen. Aktuell konzentriert sich die Arbeit von »Natürlich Kunst!« auf Angebote für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen und Demenz. Dazu gehören auch die Angebote des offenen Kunstateliers in unserem Haus im Park.

Das Trio Catch spielte die Musik Toshio Hosokawas (Foto: Körber-Stiftung)
Das Trio Catch spielte die Musik Toshio Hosokawas (Foto: Körber-Stiftung)

Nach wie vor erfreut sich unsere Musikvermittlungsreihe »2x hören« großer Beliebtheit. Im KörberForum wird ein Musikstück vor und nach einem Gespräch mit den Musikern live präsentiert. Die sinnlich-unterhaltsame Analyse von zum Teil komplexer moderner Musik richtet sich ausdrücklich nicht an Musikexperten, sondern an musikalisch Neugierige. Die Veranstaltungen laden ein, Berührungsängste gegenüber neuer Musik abzubauen und sich ganz auf das eigene Ohr zu verlassen.

 

Im Januar wurde die Musik des Komponisten Toshio Hosokawa vorgestellt, in der es häufig um die Balance zwischen Klang und Stille, um die Spannung zwischen den Tönen geht. Im Dezember lautete das Thema »Keine Angst vor Schostakowitsch«. Gefragt wurde, inwieweit sich die Erinnerungen an Verfolgung, Gängelung und Krieg in dieser Musik wiederfinden und ob Schostakowitsch in diesem Stück auf Motive von Werken anderer Komponisten zurückgreift.  

 

Eine fremde Kultur auch über ihren Klang entdecken, dabei Verbindungen von Tradition und Gegenwart aufzeigen und zu neuen Hörerlebnissen einladen: Das ist das Ziel unserer Veranstaltungsreihe »Ohr zur Welt«, die im Dezember gestartet wurde. Sie soll mit Musik, Gesprächen und zusätzlichem Hintergrundwissen dazu anregen, sich auch für bislang Fremdes zu öffnen.


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